Bewerbungsfoto selber machen
Ein brauchbares Bewerbungsfoto mit dem eigenen Handy ist realistisch — moderne Kameras sind gut genug. Entscheidend sind Licht, Abstand und Zuschnitt, nicht die Ausrüstung. Diese Anleitung geht die Reihenfolge durch, in der es tatsächlich funktioniert.
Was ein Bewerbungsfoto professionell wirken lässt, sind vier Dinge: weiches gleichmäßiges Licht, ein ruhiger einfarbiger Hintergrund, ein Ausschnitt von Kopf und Schultern in Augenhöhe und ein Gesichtsausdruck, der wach und freundlich wirkt statt angestrengt. Alle vier bekommen Sie zu Hause hin — ohne Blitz, ohne Softbox, ohne Stativ, wenn nötig.
Wichtig vorweg, damit Sie sich die Arbeit nicht umsonst machen: Für ein biometrisches Passbild taugt ein Selbstporträt in Deutschland nicht mehr. Passbilder für Personalausweis, Reisepass und Führerschein werden seit dem 1. Mai 2025 nur noch digital übermittelt und müssen in der Behörde selbst oder bei einem registrierten Fotodienstleister aufgenommen werden. Diese Anleitung gilt für das Bewerbungsfoto, für Lebenslauf, Deckblatt und Online-Profile.
Schritt 1: Licht — der einzige Punkt, an dem es wirklich scheitert
Stellen Sie sich mit dem Gesicht zu einem großen Fenster, etwa ein bis zwei Meter davor, an einem hellen, aber nicht sonnigen Tag. Dieses Licht ist weich, kommt von vorne und legt keine harten Schatten in die Augenhöhlen. Draußen funktioniert derselbe Trick im Schatten eines Hauses oder unter einem Vordach — direkte Sonne dagegen erzeugt Kneifen und tiefe Schatten.
Was Sie vermeiden: Deckenlampen (Schatten unter Augen und Nase), Gegenlicht mit dem Fenster im Rücken (Ihr Gesicht wird dunkel) und den eingebauten Blitz (flache Ausleuchtung, rote Augen, glänzende Stirn). Wenn eine Seite des Gesichts deutlich dunkler ist, hilft ein weißes Blatt Papier oder ein Handtuch auf der Schattenseite als Aufheller.
Schritt 2: Hintergrund und Abstand
Suchen Sie eine glatte, einfarbige Wand und stellen Sie sich etwa einen Meter davor — nicht direkt an die Wand, sonst entsteht ein harter Schlagschatten hinter Ihnen. Helle, ruhige Wände funktionieren am zuverlässigsten; Raufaser, Türrahmen, Regale und Pflanzen nicht. Welche Hintergrundfarbe zu welcher Branche passt, steht im Ratgeber zum Hintergrund.
Auch ein Bettlaken oder ein glatter Vorhang tut es, solange er faltenfrei gespannt ist — Falten erzeugen genau die Kanten, die Sie vermeiden wollen. Räumen Sie den Bereich hinter sich frei, bevor Sie anfangen; im fertigen Bild fällt jedes Detail auf, das Sie beim Fotografieren übersehen haben.
Schritt 3: Kamera, Ausschnitt und Ausdruck
Benutzen Sie die Hauptkamera auf der Rückseite, nicht die Selfie-Kamera — sie hat deutlich mehr Auflösung und verzeichnet das Gesicht weniger. Die Kamera gehört auf Augenhöhe, etwa eine Armlänge bis anderthalb Meter entfernt; von unten fotografiert wirkt das Kinn breiter, von oben wirkt es unterwürfig. Ohne Stativ: Handy auf einen Bücherstapel legen und den Selbstauslöser oder die Serienaufnahme nutzen, oder jemanden bitten zu drücken.
Der Ausschnitt ist Kopf und Schultern, die Augen etwa im oberen Drittel, mit etwas Luft über dem Kopf. Fotografieren Sie großzügig weiter als nötig — zuschneiden können Sie später, hinzufügen nicht. Für den Ausdruck: leicht lächeln, Blick direkt in die Linse, Schultern locker und minimal zur Kamera gedreht. Machen Sie ruhig dreißig oder vierzig Aufnahmen; die brauchbaren erkennen Sie am schärfsten Auge und am ungezwungensten Gesicht.
Schritt 4: Zuschnitt, Maße und Export
Zuschneiden Sie im Hochformat auf eines der gängigen Bewerbungsfoto-Maße: 3,5 × 4,5 cm, 4,5 × 6 cm oder 6 × 9 cm. Bei 300 dpi entspricht das 413 × 531 px, 531 × 709 px beziehungsweise 709 × 1063 px. Für LinkedIn schneiden Sie aus demselben Original zusätzlich ein Quadrat von mindestens 400 × 400 px zu. Alle Zahlen und Formate stehen im Bewerbungsfoto-Ratgeber.
Bei der Nachbearbeitung gilt weniger ist mehr: Helligkeit und Kontrast leicht anheben, gegebenenfalls begradigen — aber keine Hautglättung, keine Weichzeichner, keine Filter. Ein Foto, das sichtbar bearbeitet ist, kostet mehr Glaubwürdigkeit, als eine glatte Haut einbringt. Speichern Sie als JPG im Farbraum sRGB und bewahren Sie das unbeschnittene Original auf.
Wann sich das Studio trotzdem lohnt
Selbst machen ist die richtige Wahl, wenn Sie ein solides Foto für Lebenslauf und Profil brauchen und Zeit statt Geld investieren wollen. Ein Fotostudio lohnt sich, wenn das Foto besonders exponiert steht — Vorstandsseite, Kanzlei- oder Beraterprofil, Pressebereich — oder wenn Sie sich vor der Kamera unwohl fühlen: die Führung durch eine erfahrene Fotografin ist der Teil, den man zu Hause am schwersten ersetzt. Die üblichen Preisspannen stehen im Bewerbungsfoto-Ratgeber.
Bevor Sie sich für einen Stil entscheiden, hilft ein Blick auf fertige Ergebnisse: In der Stil-Galerie sehen Sie 24 KI-generierte Beispielbilder in sechs Stilen — formell, business casual, Studio, Tageslicht, modern und Schwarzweiß. Das ist eine Vorlage für Outfit, Licht und Hintergrund, kostenlos und ohne Anmeldung ansehbar.
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Häufig gestellte Fragen
Kann man ein Bewerbungsfoto selber machen?
Ja. Mit weichem Licht von einem großen Fenster, einer glatten einfarbigen Wand, der Hauptkamera des Handys auf Augenhöhe und einem Zuschnitt von Kopf und Schultern bekommen Sie ein Foto, das für Lebenslauf und Online-Profile professionell genug ist.
Darf man ein Passbild selber machen?
Für Personalausweis, Reisepass und Führerschein in Deutschland nicht mehr: Seit dem 1. Mai 2025 werden Passbilder nur noch digital übermittelt und müssen in der Behörde oder bei einem registrierten Fotodienstleister aufgenommen werden. Ein selbst gemachtes Bewerbungsfoto ist davon nicht betroffen.
Welches Licht brauche ich für ein Bewerbungsfoto zu Hause?
Weiches Tageslicht von vorne: mit dem Gesicht zu einem großen Fenster, ein bis zwei Meter davor, an einem hellen, aber nicht sonnigen Tag. Keine Deckenlampe, kein Gegenlicht, kein Blitz. Eine weiße Fläche auf der Schattenseite hellt die dunklere Gesichtshälfte auf.
Selfie-Kamera oder Hauptkamera?
Die Hauptkamera auf der Rückseite — sie hat mehr Auflösung und verzeichnet das Gesicht weniger. Legen Sie das Handy auf Augenhöhe ab und nutzen Sie den Selbstauslöser oder die Serienaufnahme statt des ausgestreckten Arms.
Wie schneide ich das Bewerbungsfoto richtig zu?
Im Hochformat auf 3,5 × 4,5 cm, 4,5 × 6 cm oder 6 × 9 cm — bei 300 dpi also 413 × 531 px, 531 × 709 px oder 709 × 1063 px. Kopf und Schultern im Bild, Augen im oberen Drittel, etwas Luft über dem Kopf. Für LinkedIn zusätzlich ein Quadrat ab 400 × 400 px.